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Hagen. Kurzfristig steht der Klassenerhalt in der 3. Liga West ganz im Fokus bei den Handballern des VfL Eintracht Hagen. Doch mit der Verpflichtung von Sportdirektor Jens Pfänder und danach Trainer Khalid Khan verfolgt man beim Traditions-Klub auch perspektivische Ziele mit Blick auf den Nachwuchs. Das Konzept zielt darauf ab, mittelfristig eine Vormachtstellung in der Region zu erarbeiten. „Unser Anspruch muss sein, ein Team in der A-Jugend-Bundesliga zu etablieren“, sagt Pfänder. Vor zwei Jahren spielte die A-Jugend noch in der Regionalliga, aktuell ist der VfL Eintracht gar nicht in der ältesten Nachwuchsklasse vertreten. Sicher kein Ruhmesblatt, doch im Verein sieht man das auch als Chance. Das Durchschnittsalter der Klub-Reserve liegt bei nur 21 Jahren, ohne nachrückende Jugendliche könnten sich die Talente dort in Ruhe in der Oberliga entwickeln. Künftig aber will man beim VfL natürlich auch wieder mit A-Jugend spielen - und das möglichst hochklassig. „Beim Neuaufbau wollen wir die Oberliga erreichen“, nennt Pfänder das Nahziel. Die aktuelle B-Jugend soll dies erreichen, von ihr hat der Sportdirektor eine hohe Meinung: „Da sind Talente drin, die wir später in unseren Top-Teams gebrauchen können - wenn sie es wollen.“ Der Nachsatz ist wichtig, er betont die künftige Ausrichtung. „Wir setzen auf leistungswillige Spieler, die bereit sind, mehr zu investieren“, sagt Pfänder, nur dann könnten diese später den Sprung in 3. Liga oder Oberliga schaffen. Nicht zuletzt aus seiner Zeit bei Nachbar TSG Herdecke weiß der neue VfL-Sportdirektor: „Der VfL Eintracht hat 20 Jahre dafür gestanden, dass eigene Spieler das Gesicht der ersten Mannschaft bilden.“ Neben Klassenerhalt von Drittliga-Team (Pfänder: „Dahinter müssen andere Dinge momentan ein Stück zurückstehen“) und Oberliga-Reserve („Ein wichtiges Auffang-Becken für junge Spieler“) sieht er die leistungsorientierte Nachwuchsarbeit als dritte Säule des Konzepts. Die breite Basis soll schon bei Minis bis D-Jugend gelegt werden, ab der C-Jugend will man mit Partnervereinen kooperieren. „Die Internate der Bundesligisten buhlen um Spieler“, weiß Pfänder, „aber zumindest regional versuchen wir, die Talente aufzufangen. Im Umkreis von 30 Kilometern wollen wir uns eine Vormachtstellung erarbeiten.“ Die sich schließlich auch im Erreichen der A-Jugend-Bundesliga ausdrücken soll, vor allem aber in der individuellen Ausbildung hochklassiger Akteure. „Erfolg ist dann da, wenn Spieler den Weg in die leistungsorientierten Mannschaften finden“, betont Pfänder, „daran wollen wir uns messen lassen.“ Gleichzeitig will man über alle Teams hinweg einen eigenen VfL-Stil entwickeln. „Wir wollen uns ein unverwechselbares Gesicht geben, sehr offensiv, sehr individuell orientiert“, sagt Pfänder, zu dieser Spielphilosophie passe Khalid Khan „nahezu perfekt“. Der zu Jahresbeginn verpflichtete Trainer zeigte sich ungeachtet etlicher Baustellen „extrem positiv überrascht“ von seiner neuen Mannschaft. Was er auch auf den Auftritt einiger Oberliga-Spieler beim Turnier in Wermelskirchen bezog, Marvin Rosian und Dorian Gollor will er künftig verstärkt in der Ersten berücksichtigen: „Sie können eine Verstärkung für jedes Drittliga-Team sein.“ Marketingmanager Jörg Brodowski wiederum ist überzeugt, dass die Verpflichtung von Pfänder und Khan den VfL Eintracht kurz- und mittelfristig voranbringt: „Wenn wir zwei so hochkarätige Leute holen, machen wir das ja nicht nur für ein halbes Jahr.“ Quelle: Axel Gaiser |
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 24. Januar 2012 um 08:37 Uhr |
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